Praxisraum mit zwei Sesseln und einer offenen Tür

Wie kann ich meine Therapie beenden?

„Wie sage ich meiner Therapeutin, dass ich nicht mehr kommen möchte?“

Vielleicht beschäftigt dich diese Frage schon eine Weile.

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Es kann sein, dass es dir besser geht und du spürst, dass du die Therapie nicht mehr in derselben Form brauchst. Vielleicht möchtest du eine Pause oder merkst, dass die Therapie für dich nicht mehr passt.

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Manchmal lässt sich auch gar nicht genau sagen, warum. Da ist einfach dieses Gefühl, nicht mehr kommen zu wollen.

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Und mit diesem Gedanken kann eine andere Sorge auftauchen:

„Enttäusche ich meine Therapeutin?“
„Denkt sie, dass unsere gemeinsame Arbeit nichts gebracht hat?“
„Was, wenn sie verletzt ist?“
„Darf ich überhaupt einfach aufhören?“‍

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‍Ein Abschied aus einer Beziehung‍

Eine Psychotherapie zu beenden, kann mehr sein als einen wöchentlichen Termin aus dem Kalender zu streichen.

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Vielleicht haben wir uns über Monate oder Jahre regelmäßig gesehen. Du hast mir von Dingen erzählt, die dich bewegen. Von Schönem und Schwerem. Wir haben gemeinsam gesucht, geschwiegen, ausgehalten – und auch gelacht.

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Eine therapeutische Beziehung ist eine besondere Beziehung. Und auch ihr Ende kann etwas auslösen.

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Traurigkeit.

Erleichterung.

Unsicherheit.

Vielleicht sogar Angst.

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Mit dem Ende der Therapie fällt außerdem etwas weg, das lange Teil deines Alltags war. Der vertraute Termin. Der Weg zur Praxis. Die Gewissheit, dass da jede Woche oder alle zwei Wochen ein Raum auf dich wartet.

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Dieser Verlust von Struktur kann spürbar sein. Deshalb verstehe ich einen Therapieabschluss gerne als Prozess.

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Vielleicht kommst du zunächst einmal pro Woche. Irgendwann nur noch alle zwei Wochen. Später einmal im Monat. Wir können gemeinsam herausfinden, welche Abstände sich für dich stimmig anfühlen.

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Bis du irgendwann merkst:‍

‍Ich glaube, ich brauche diesen Raum gerade nicht mehr.‍

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‍„Was, wenn ich später wiederkommen möchte?“‍

Diese Sorge höre ich immer wieder. Manche Klient*innen haben Angst, mit dem Ende der Therapie eine Tür hinter sich zu schließen. Für mich muss diese Tür nicht geschlossen bleiben.

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Auch nach einem Abschied kannst du dich wieder bei mir melden. Vielleicht nach einigen Monaten. Vielleicht nach Jahren. Weil etwas passiert ist. Weil du Unterstützung brauchst. Oder weil du einfach merkst, dass du wieder ein Stück Begleitung möchtest.

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Ich kann dir allerdings nicht versprechen, dass ich zu diesem Zeitpunkt sofort einen freien Therapieplatz habe. Wenn meine Praxis gerade voll ist, kann es sein, dass du einige Wochen warten musst.

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Auch am Anfang darfst du dich entscheiden‍

Diese Freiheit ist mir nicht erst beim Abschied wichtig.

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Wenn wir uns kennenlernen, musst du nach dem Erstgespräch noch nicht wissen, ob ich die richtige Therapeutin für dich bin.

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Deshalb verstehe ich unsere ersten etwa fünf Gespräche auch als gemeinsames Kennenlernen.

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·      Wie fühlt es sich für dich an, mit mir zu sprechen?

·      Fühlst du dich verstanden?

·      Kannst du dir vorstellen, mit mir weiterzuarbeiten?

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Und auch ich schaue, ob ich glaube, dass ich dich mit meiner Arbeitsweise gut begleiten kann. Therapie ist für mich immer wieder eine Entscheidung füreinander. Diese Entscheidung muss auch später nicht einfach als selbstverständlich gelten.

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In größeren Abständen werde ich dich deshalb fragen, wie es dir mit unserer gemeinsamen Arbeit geht.

·      Ob die Häufigkeit unserer Termine noch passt.

·      Ob du etwas vermisst.

·      Ob du weitermachen möchtest.

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Nicht, weil ich dich nicht weiter begleiten möchte. Sondern weil ich wichtig finde, dass wir immer wieder gemeinsam hinschauen:

·      Wo stehst du?

·      Was brauchst du gerade?

·      Und wo stehen wir miteinander?‍

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Wenn du nicht mehr kommen möchtest

Wenn unsere gemeinsame Arbeit zu Ende geht, wünsche ich mir, wenn möglich, eine Abschlussstunde.

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Einen letzten gemeinsamen Raum, um zurückzublicken:

·      Auf das, was hilfreich war.

·      Auf das, was du mitnimmst.

·      Und auf das, was noch gesagt werden möchte.

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Gleichzeitig weiß ich, dass Abschied für jeden Menschen anders aussieht.

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Ein letzter gemeinsamer Termin kann sich für dich richtig anfühlen. Vielleicht ist es aber auch eine Nachricht – oder der Entschluss, von einem Tag auf den anderen nicht mehr zu kommen.

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Auch das kann dein Weg sein.

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Ich vertraue darauf, dass du deine Gründe dafür hast.

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Für unsere gemeinsame Zeit braucht es keinen bestimmten Abschluss.

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Mir ist wichtiger, dass du dich auf eine Weise verabschieden kannst, die sich für dich stimmig anfühlt.

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Und vielleicht nimmst du dabei etwas mit:

·      Du kannst gehen.

·      Die Tür muss deshalb nicht für immer geschlossen sein.

·      Du kannst wiederkommen.

„Das gute Leben ist ein Prozess, kein Daseinszustand. Es ist eine Richtung, kein Ziel.“
Carl R. Rogers