Was kann unterstützen?
Aus personzentrierter Sicht beginnt Unterstützung nicht mit der Frage: „Wie bringe ich jemanden dazu, eine Anforderung zu erfüllen?“, sondern mit der Frage: „Was macht diese Anforderung gerade so schwer?“
Viele Menschen mit einem PDA-Profil erleben Unterstützung dann als hilfreich, wenn sie Sicherheit, Beziehung und möglichst viel Selbstbestimmung ermöglicht. Welche Strategien im Einzelfall hilfreich sind, ist individuell verschieden.
Folgende Ansätze werden in der Fachliteratur und von erfahrenen Fachpersonen im Bereich PDA häufig beschrieben:

eine beziehungsorientierte und respektvolle Haltung

Flexibilität in Erwartungen und Tagesabläufen, soweit dies möglich ist

gemeinsame Entscheidungsfindung und echte Wahlmöglichkeiten, um das Erleben von Selbstbestimmung zu stärken

möglichst wenig Druck und das Vermeiden unnötiger Machtkämpfe

Aufgaben – sofern dies für die Person hilfreich ist – eher einladend als auffordernd zu gestalten und, wenn passend, spielerisch in den Alltag einzubetten

eine möglichst reizarme, vorhersehbare und sichere Umgebung

Angst, Überforderung und Stress gemeinsam zu verstehen und den Blick darauf zu richten, was die Person gerade braucht, statt vorschnell nach einer Lösung für den Umgang mit Anforderungen zu finden
Viele Fachpersonen empfehlen außerdem, Anforderungen sprachlich möglichst wenig druckvoll zu formulieren, sofern die autistische Person mit PDA-Profil auf diese Form der Kommunikation anspricht. Eine Möglichkeit ist die sogenannte deklarative Sprache. Anstelle direkter Aufforderungen werden beschreibende oder einladende Formulierungen verwendet, beispielsweise: „Ich frage mich, ob …“, „Ich denke, dass …“ oder „Ich überlege, ob …“. Dadurch kann mehr Raum für Eigeninitiative und Selbstbestimmung entstehen.
Casey Ehrlich beschreibt darüber hinaus das Konzept des Strewings. Dabei werden Materialien, Ideen oder Beschäftigungsmöglichkeiten unverbindlich angeboten, ohne daraus eine Erwartung entstehen zu lassen. Das Kind oder der*die Jugendliche kann selbst entscheiden, ob und wann das Angebot aufgegriffen wird. Ziel ist es, Interesse zu ermöglichen, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen.
Nicht jede dieser Strategien passt zu jedem Menschen oder zu jeder Situation. Entscheidend ist vielmehr, gemeinsam herauszufinden, was der jeweiligen Person hilft, sich sicher zu fühlen, Überforderung zu reduzieren und Handlungsspielräume zu erweitern.
Nicht jede Situation lässt sich dadurch lösen. Oft können diese Zugänge jedoch dazu beitragen, dass Anforderungen weniger bedrohlich erlebt werden.