Ein paar persönliche Gedanken
Vor jedem Menschen,
der den Weg in meine Praxis findet,
habe ich großen Respekt.
Viele Menschen tragen ihre Belastungen über Jahre mit sich,
bevor sie den Schritt wagen,
eine Psychotherapie zu beginnen.
Sich mit sich selbst auseinanderzusetzen,
den eigenen Ängsten zu begegnen,
Verletzlichkeit zuzulassen
und einem anderen Menschen Einblick
in die eigene Innenwelt zu geben,
erfordert Mut.
Es verdient Anerkennung,
sich einzugestehen,
dass es gerade nicht gut geht.
Es braucht Mut,
sich auf diesen Prozess einzulassen.
Und manchmal auch viel Kraft,
Woche für Woche wiederzukommen.
Auch dann, wenn manches schwer auszuhalten ist.
Auch dann, wenn Veränderungen auf sich warten lassen.
Therapie endet nicht, wenn sich die Tür der Praxis schließt.
Gespräche wirken nach.
Gedanken verändern sich.
Manches wird erst Tage, Wochen oder Monate später greifbar.
Neues taucht auf.
Manches bleibt.
Anderes darf gehen.
Als Therapeutin kenne ich die Zukunft nicht. Manchmal wünsche ich mir, ich hätte eine Glaskugel und einen Zauberstab. Aber vielleicht ist genau das auch gut so. Denn meine Aufgabe ist nicht, den Weg eines Menschen vorherzusagen. Sondern ihn ein Stück auf seinem Weg zu begleiten.
Nicht, ihm zu sagen, wer er sein soll.
Sondern einen Raum zu schaffen, in dem er sich selbst begegnen kann.
Einen Raum, in dem das eigene Erleben, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wieder deutlicher spürbar werden dürfen.
Ich glaube, dass viele Antworten bereits im Menschen selbst angelegt sind. Manchmal braucht es einen anderen Menschen, der aufmerksam zuhört, mitgeht und Vertrauen schenkt, damit der Zugang zu diesen Antworten wieder möglich wird.
Ich bin gerne dieser Mensch.
Ich glaube nicht, dass sich nach wenigen Gesprächen ein Schalter umlegt. Veränderung braucht Zeit. Sie geschieht selten in großen Sprüngen.
Oft zeigt sie sich in kleinen, fast unscheinbaren Schritten:
In einem Gedanken, der sich verändert.
In einer neuen Erfahrung.
In einem Satz, der plötzlich anders klingt.
Oder in einem Moment, in dem etwas, das lange unmöglich schien, zum ersten Mal ein wenig leichter wird.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum mich das Bild der Frequenz so berührt.
Es geht für mich nicht darum, dass zwei Menschen irgendwann auf derselben Frequenz sein müssen.
Es geht darum, einander begegnen zu wollen.
Mit der Bereitschaft, nicht alles verstehen zu müssen und dennoch nicht aufzuhören, verstehen zu wollen.
Mit dem Mut, offen zu bleiben.
Und mit dem Vertrauen, dass dort, wo ein Mensch dem anderen mit Empathie, Echtheit und bedingungsfreier positiver Beachtung begegnet, etwas entstehen kann, das beide verändert.









