PSYCHOTHERAPIE FÜR MENSCHEN IM AUTISMUS-SPEKTRUM

Viele autistische Menschen erleben die Welt anders – oft intensiver und detailreicher. Je nach Umgebung kann das bereichernd, aber auch sehr anstrengend sein.

Gerade bei Menschen, die gelernt haben, sich anzupassen oder zu maskieren, bleibt Autismus für andere oft unsichtbar. Der innere Kraftaufwand, der damit einhergeht, wird häufig nicht wahrgenommen. Auch der damit verbundene Stress oder Leidensdruck bleibt im Außen oft unerkannt. 

Sätze wie „Wir sind doch alle ein bisschen autistisch“ können das individuelle Erleben relativieren. Autismus ist keine Eigenschaft, die jeder in sich trägt, sondern Ausdruck neurologischer Vielfalt, die das gesamte Wahrnehmen, Denken und Erleben prägt.

Viele berichten davon, sich in einer überwiegend neurotypisch geprägten Gesellschaft fremd, missverstanden oder unter Anpassungsdruck zu fühlen. Häufig entsteht früh das Gefühl, „zu viel“, „zu empfindlich“ oder „nicht richtig“ zu sein. Nicht selten kostet es viel Energie, Erwartungen zu erfüllen, eigene Bedürfnisse zurückzustellen oder autistische Merkmale zu verbergen bzw. zu kompensieren.

Manche beschreiben es als ein Leben „zwischen zwei Welten“: einer inneren, vertrauten Welt – und einer äußeren Welt, die häufig als unberechenbar erlebt wird.

Autismus ist keine Krankheit, die „behoben“ werden muss, sondern eine grundlegende Weise, die Welt zu erleben und mit ihr in Beziehung zu treten. 

In meiner langjährigen Arbeit mit autistischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen habe ich gelernt: Es geht nicht darum, Menschen zu verändern oder sie an eine vermeintliche Norm anzupassen. Es geht darum, ihre Wahrnehmung ernst zu nehmen.

In meiner therapeutischen Arbeit begegne ich Autismus nicht als Störung, sondern als Teil der Identität. Die Art, wie autistische Menschen denken, fühlen und die Welt erleben, ist keine Abweichung, sondern Ausdruck einer eigenen neurologischen Realität.

Für mich steht nicht im Vordergrund, wie jemand besser „funktionieren“ kann, sondern was eine Person braucht, um sich sicher und verstanden zu fühlen und ihren eigenen Weg selbstbestimmt zu gestalten. 

Die therapeutische Beziehung ist kein Trainingsraum zur Anpassung, sondern ein geschützter Ort, an dem Sie ohne sozialen Anpassungsdruck sein dürfen. Gerade wenn Sie sich oft missverstanden fühlen, kann Therapie ein Raum sein, in dem nichts „richtig“ oder „falsch“ ist – und in dem Sie sich nicht erklären oder rechtfertigen müssen.

Ich arbeite personzentriert. Das bedeutet:

  • Ihr Erleben ist gültig.
  • Ihre Gefühle dürfen da sein.
  • Auch widersprüchliche Gefühle oder Ambivalenzen dürfen Raum haben – wir können sie gemeinsam anschauen und aushalten.
  • Ich begegne Ihnen mit Echtheit, Wertschätzung und dem ernsthaften Bemühen um Verstehen.
     

Psychotherapie kann unterstützen bei:

  • Überforderung durch Reize oder soziale Situationen
  • Bewältigung alltäglicher Anforderungen 
  • Masking, Anpassungsdruck und Erschöpfung durch soziale Anforderungen
  • Angst oder depressivem Erleben
  • dem besseren Verstehen und Einordnen des eigenen Erlebens
  • dem Entwickeln einer Sprache für inneres Erleben
  • Identitätsfragen, insbesondere nach einer späten Diagnose
  • Beziehungsthemen oder dem Gefühl von Einsamkeit
  • dem Wunsch, sich selbst besser zu verstehen – im Sinne von Selbstakzeptanz und Selbstverständnis

Veränderung geschieht nicht durch Druck, sondern in Sicherheit. Sie darf in Ihrem eigenen Tempo stattfinden.

Eine mögliche Autismus-Spektrum-Diagnose kann viele Fragen, Erleichterung, Verunsicherung oder Neuorientierung mit sich bringen. Ich begleite Sie dabei, eigene Erfahrungen und Beobachtungen für sich einzuordnen, sich auf eine diagnostische Abklärung vorzubereiten und – falls eine Diagnose gestellt wird – deren persönliche Bedeutung für Identität, Alltag und Beziehungen zu reflektieren. Die diagnostische Abklärung selbst erfolgt durch spezialisierte Fachärzt*innen oder Klinische Psycholog*innen. 

Eine Übersicht spezialisierter Fachpersonen für Autismus-Spektrum-Diagnostik finden Sie hier

Ich begleite zudem Erziehungsberechtigte autistischer Kinder, insbesondere wenn schulische Anforderungen, Überforderung oder Konflikte im Schulkontext zu Belastungen führen.

Wenn Sie überlegen, ob Therapie für Sie hilfreich sein könnte, können wir dies gerne in einem ersten Gespräch gemeinsam klären.

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